Amalgamvergiftung / Metallbelastung
Amalgamvergiftung und Metallbelastung
Eine Amalgamvergiftung bzw. Metallbelastung kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben – und bleibt dennoch häufig unentdeckt. Viele Menschen leiden unter chronischer Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen, ohne den Ursprung ihrer Beschwerden zu kennen. Eine mögliche Ursache chronischer Beschwerden können Zahnmetalle, insbesondere Amalgam, sein.
In der biologischen Zahnmedizin spielt der ganze Organismus eine wichtige Rolle. Der Mundraum steht dabei in direkter Wechselwirkung mit dem gesamten Körper. Metalle, die in Füllungen, Kronen oder Implantaten verarbeitet werden, können den Organismus belasten und vielfältige Symptome verursachen. Ziel ist es, solche Belastungen zu erkennen und zu beseitigen.
Was ist eine Amalgamvergiftung / Metallbelastung?
Unter einer Amalgamvergiftung bzw. Metallbelastung versteht man die schleichende Aufnahme von Schwermetallen, insbesondere Quecksilber, Kupfer, Zinn oder Silber, die aus alten Zahnfüllungen oder anderen metallhaltigen Materialien im Mund freigesetzt werden.
- Amalgam besteht zu über 50 % aus Quecksilber. Dieses kann sich im Laufe der Zeit durch Abrieb, Kauen, Knirschen, heiße Getränke oder chemische Reaktionen lösen und in den Körper gelangen.
- Dort wird es vor allem in Nieren, Leber, Gehirn und Nervengewebe eingelagert.
Da Quecksilber ein stark giftiges Schwermetall ist, kann bereits eine geringe, über Jahre anhaltende Belastung den gesamten Körper negativ beeinträchtigen. In der EU ist die Verwendung von Dentalamalgam seit dem 1. Januar 2025 bis auf wenige Ausnahmen verboten.
Auch andere Metalle wie Gold, Titan oder Aluminium können zu chronischen Entzündungen führen. Amalgam und andere Metalle sind daher potenzielle Störfelder im Körper, die zahlreiche Beschwerden auslösen oder verstärken können.
Wie entsteht eine Metallbelastung im Körper?
Eine Metallbelastung kann auf verschiedenen Wegen entstehen:
- Amalgamfüllungen geben kontinuierlich kleinste Mengen Quecksilberdampf ab, die über die Atemwege aufgenommen werden.
- Durch mechanische Reize wie Kauen, Zähneputzen und Zähneknirschen wird Quecksilber freigesetzt und über Schleimhäute und Verdauung aufgenommen.
- Durch die Kombination verschiedener Metalle im Mund (z. B. Amalgam, Gold, Titan) kann es zu elektrischen Spannungen kommen – einem sogenannten „Batterieeffekt“. Dabei lösen sich Metallionen, die vom Körper aufgenommen werden.
- Kronen, Brücken oder Implantate aus Metall können langfristig korrodieren, was zu einer schleichenden Freisetzung von Ionen führt.
Symptome einer Amalgamvergiftung / Metallbelastung
Die Belastung kann sich in zahlreichen Symptomen äußern, die oft nicht direkt mit den Zähnen in Verbindung gebracht werden. Häufige Anzeichen sind:
- Chronische Müdigkeit und Energiemangel
- Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Reizbarkeit, depressive Verstimmungen
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Hautprobleme und Allergien
- Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit
- Metallischer Geschmack im Mund
- Schlafstörungen oder hormonelle Dysbalancen
Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, bleibt eine Metallbelastung oft unerkannt. Eine umfassende Diagnostik ist daher entscheidend.
Diagnose einer Amalgamvergiftung / Metallbelastung
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, Materialanalyse und Labordiagnostik.
- Detaillierte Erfassung vorhandener Füllungen, Kronen und Implantate
- Ganzheitliche Betrachtung der Krankheitsgeschichte und Symptome
- Labortests wie Blut-, Urin- oder Haaranalysen zur Schwermetallbestimmung
- Titan-Stimulationstest bei Verdacht auf Titanunverträglichkeit
- Messung galvanischer Ströme im Mund (Mundstrommessung)
Diese Verfahren helfen, die individuelle Belastung zu erkennen und eine passende Behandlung für Sie auszuwählen.
Behandlung und Entgiftung
Die Behandlung besteht aus mehreren Schritten und wird individuell geplant. Ziel ist es, sowohl die Ursache zu beseitigen als auch den Körper bei der Entgiftung zu unterstützen.
1. Sichere Amalgamentfernung
Bei der Entfernung von Amalgamfüllungen ist höchste Vorsicht geboten, um eine zusätzliche Belastung zu vermeiden.
Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehören:
- Kofferdam (Gummituch) zum Schutz vor Einatmen oder Verschlucken
- Absaugung von Quecksilberdämpfen mit speziellen Hochleistungssystemen
- Niedrige Drehzahl beim Ausbohren mit Hartmetallbohrer
- Atemmasken mit Goldbeschichtung für Patient und Behandler
- Sichere Entsorgung als Sondermüll
Diese Maßnahmen verhindern, dass beim Ausbohren Quecksilberdämpfe freigesetzt werden und in den Körper gelangen.
Ebenso wichtig ist eine schonende Metallentfernung, wenn zusätzlich andere metallische Restaurationen wie Kronen, Brücken oder Titanimplantate ersetzt werden sollen. Auch hier gelten hohe Sicherheitsstandards, um den Körper bestmöglich zu schützen.
2. Schwermetallausleitung
Nach der Entfernung können natürliche Ausleitungsstoffe zum Einsatz kommen, wie:
- Chlorella-Algen-Einlage, die im Zahn vorhandenes Quecksilber bindet
- Mikronährstoffprotokolle nach Dr. Klinghardt und Dr. Volz
Diese unterstützen die Leber, Nieren und das Lymphsystem bei der Entgiftung und fördern die Regeneration. Da Quecksilber nur sehr langsam aus dem Körper ausgeschieden wird, ist es sinnvoll, im Anschluss eine gezielte Schwermetallausleitung durchzuführen. Besprechen Sie das Vorgehen am besten mit Ihrem behandelnden Arzt oder mit einem Heilpraktiker.
3. Metallfreier Zahnersatz
Nach der Ausleitung sollten metallfreie Materialien verwendet werden. Biokompatible Alternativen sind:
- Composite-Füllungen
- Keramikinlays, vollkeramische Kronen oder Brücken
- Keramikimplantate (Zirkonoxid) Hier klicken
Diese Materialien sind stabil, ästhetisch und frei von allergieauslösenden Metallen. Sie haben keine elektrische Leitfähigkeit und verhindern so die Entstehung galvanischer Ströme im Mund.
Mikronährstoffe zur Unterstützung der Entgiftung
Mikronährstoffe spielen eine zentrale Rolle bei der Regeneration nach einer Amalgamentfernung oder Metallausleitung.
Zu den wichtigsten gehören:
- Vitamin D3 und K2: unterstützen den Knochenstoffwechsel und die Wundheilung
- Magnesium: aktiviert Enzyme und unterstützt die Entgiftung
- Vitamin C: antioxidativ, stärkt das Immunsystem
- Omega-3-Fettsäuren: entzündungshemmend und zellschützend
- Zink und Selen: fördern die Regeneration und Immunabwehr
Eine ausreichende Versorgung hilft, Entzündungen zu reduzieren, Zellprozesse zu stabilisieren und die Entgiftungsleistung des Körpers zu verbessern.
Ein Zahnarzt mit Erfahrung in der biologischen Zahnmedizin kann Sie individuell beraten, welche Materialien für Sie geeignet sind und wie Sie eine bestehende Metallbelastung schrittweise reduzieren können.